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FSHler finisht Ötztaler-Radmarathon

Ein Alp-Traum wurde war!

Ötztaler RadmarathonSölden. 3.899 Teilnehmer aus 28 Nationen waren dieses Jahr am Start des Ötztaler Radmarathons. Einer unten ihnen im Radtrikot der Freien Schwimmer Hannover war Sven. Start und Ziel lagen im Ski- und Wanderparadies Sölden. Aufgrund seiner "Maße" mit 229 Km Streckenlänge und 5500 Höhenmetern gilt der "Ötztaler" als einer der härtesten Radmarathons. Vier Alpenpässe waren zu bezwingen, darunter namhafte wie Kühtai, Jaufenpass und Timmelsjoch

Sven erreichte als 2184. das Ziel in einer Zeit von 10:42:52.

Der offizielle Start des Ötztalers erfolgt in Sölden um 6:45 Uhr auf einer Höhe von ca. 1300 Metern. Am 30.08.2009 bedeutete dies für Sven eine Temperatur von 4°C laut Polaruhr am Rennlenker - kein Vergnügen da die Startaufstellung bereits um 5:30 Uhr begann. Zum Glück reichte es auch aus sich um 6:00 Uhr in die frierenden Radler einzureihen um im Mittelfeld starten zu können.



Frieren am Start



"Hier beginnt Dein Traum" hieß es auf einem Banner über dem Start. Es sollte ein anstrengender Alptraum aber kein Albtraum werden...

Startbereich Ötztal


Gemeinsam mit einem Trainingskamerad aus einem Trainingslager auf Malle hieß es auf den ersten 32 Km bergab die Beine warmzufahren. Denn in Ötz wartete die erste Prüfung des Tages im Frühnebel. Der Anstieg nach Kühtai (2020 m). Mit einer Höhendifferenz von 1200 m, einer Länge vom 18,5 Km und einer Maximalsteigung von 18% hatte man nun ausreichend Gelegenheit sich an die Steigungen zu gewöhnen. Während meiner Trainingsrunden im Harz wurde das kleinste Ritzel meist geschont. In den Tiroler Alpen sollte sich die Abnutzung mehr als ausgleichen. Als besondere Belohnung befand sich eine Baustelle im Segment der steilsten Steigung. Am Vorabend sprach der Veranstalter während der Rennbesprechung von einer soeben fertiggestellten perfekten Oberfläche. Diese entpuppte sich als gerade ausreichend geglättete Sand-Schotterpiste. Zum Glück war es trocken und somit fahrbar. Bei Regen wäre Schieben angesagt gewesen.


Steigungen Timmelsjoch


Nach dem Gipfel wartete die erste, steilste und kälteste Abfahrt. Radfahrer sind allesamt lebensmüde! Anders ist es nicht zu erklären wie sich so mancher in die 14 Km lange Abfahrt stürzte. Nur kurz traute ich mich auf meinen Tacho zu blicken. Ich erkenne als erste Stelle eine 8 als diverse Radler an mir vorbeizischen. Im Tal warteten angenehme Temperaturen und die Endorphine von der Abfahrt sorgten für rege Gespräche in den sich bildenden Gruppen.


Labe Timmelsjoch



Gemütlich ging es nach Innsbruck und damit in Richtung Brenner. Mit lediglich 777 Höhenmetern auf einer Länge von 39 Km wurde der Brenner (1377 m) während der Rennbesprechung nicht als Pass gewürdigt und somit völliger Mißachtung gestraft. Während des Radmarathons ließ sich dies nachvollziehen. Der Brenner zog sich ewig dahin ohne größere Schmerzen zu verursachen. Die konstante Steigung bermerkte man in der Gruppe kaum. Lediglich während einer Passage mit 12% Steigung gegen Ende des "Passes" drängten sich die Höhenmeter wieder ins Bewußtsein. Nach einer, auch für mich angenehm einfachen Abfahrt, stand ab Sterzing mit dem Jaufenpass (2090 m) jedoch wieder eine "richtige" Prüfung auf dem Programm. 1130 Höhenmeter auf einer Strecke von 15,5 Km drückten meine Geschwindigkeit schnell auf einstellige Werte vor dem Komma. Eine schöne RTF sollte jetzt eigentlich zu Ende sein und das Kuchenbuffet in Sichtweite. Der Ötztaler beginnt hingegen mit einem 150 Km langen Warmfahren, bevor er seine Teilnehmer richtig fordert. Der Jaufenpass fuhr sich überraschend angenehm, da er mit recht konstanter Steigung verläuft. Ich wünschte mir dennoch eine Dreifach-Kurbel montiert zu haben. Die minimal Übersetzung meiner Kompaktgarnitur war im Dauereinsatz als ich nach 1:24h Kletterei die Passhöhe erreichte und nach langer Zeit mal wieder das Surren des Freilaufs meiner Laufräde hören durfte.


Höhenprofil


Nach einer zeitlich viel zu kurzen Erholung fand man sich in St. Leonhard auf 750 m wieder. Nach Innsbruck ist es der tiefste Punkt des Ötztalers. Die nun folgenden 28,7 Km erfüllten sämtliche Vorstellungen eines Alpenpasses. Hitze, Schweiß und stetig steiler werdende Serpentinen warteten bis der Scharfrichter des Ötztalers bezwungen sein würde - das Timmelsjoch (2509 m). Bislang hatte ich nur angehalten um bei den Labesstationen wieder ausreichend Energie aufzutanken. Am Timmelsjoch war es vorbei mit dieser Disziplin. Ich musste in den Kehren anhalten um die Energiegels auszupressen und runterzuwürgen. Ich hatte die BASF-Chemiegels satt und konnte sie nicht mehr sehen. Aber wenn einem klar wird, dass die nächste Verpflegung erst auf halber Höhe wartet und somit mehr als eine volle Stunde entfernt ist versucht man alles um die Qualen irgendwie erträglicher zu machen. So wurden die kurzen Rastpausen am Straßenrand ein kleines Highlight auf das man sich freuen durfte. In Schönau hatte man die 200 Km Marke geknackt und die letzte Labesstation erreicht. Meine Gesamtzeit oder Platzierung waren mir nun völlig egal und so gönnte ich mir eine wohltuende Massage nach einem ausgiebigen Gelage mit Cola, Kuchen und Obst. An dieser Stelle ist es angebracht dem gesamten Helferteam ein Lob auszusprechen. Eine Stunde später war der Ötztaler bezwungen. Ein riesiges Ötztaler-Trikot erwartete mich auf der Passhöhe.


Timmelsjoch



Hinab ging es in die Abfahrt. Es wartete nur noch ein kurzer Gegenanstieg in dem ich leichte Krämpfe bekam. Wenn man aufgrund eines Krampfes nicht in einer Kehre halten konnte, erwies sich das Wiederanfahren als gewisse Herausforderung. Das Ziel schon fast vor Augen ließ sich auch diese unerwartete Prüfung meistern.

Ziel



Kurz darauf war Sölden und das Ziel meiner "Alp-Träume" erreicht.

Gesamtzeit 10:42.52,3 | Gesamtrang 2184 (3899)

Pass                      | Steigung  | H.-Diff | Länge   | Zeit
Ötz - Kühtai              | max. 18 % | 1200 Hm | 18,5 Km | 1:17
Innsbruck - Brenner       | max. 12 % |  777 Hm |   39 Km | 1:21
Sterzing - Jaufen         | max. 12 % | 1130 Hm | 15,5 Km | 1:24
St Leonhard - Timmelsjoch | max. 14 % | 1759 Hm | 28,7 Km | 2:56

 

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